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Staatliches Eifel-Gymnasium Neuerburg
Eifel-Kolleg Neuerburg
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Fahrt nach TAIZÉ über Fronleichnam

Vom 14. – 18. Juni 2017 fuhren wir als Gruppe von Schülerinnen der 11 und 12 mit Frau Poschmann nach Taizé, ein kleines Dorf im Burgund in Frankreich.

Nach ca. 500 Kilometern in unserem Internatsbus kamen wir am Mittwochnachmittag vor Fronleichnam dort ganz schön geschafft vom letzten Schuljahr an. Sofort schlugen uns - anders als morgens in Neuerburg - gefühlte 60°C, in Wahrheit 32 Grad Celsius entgegen. Zum Glück entlud sich die heiße Luft kurze Zeit später unmittelbar in einem kräftigen Gewitter mit sintflutartigem Regen, der uns sekunden-schnell in tropfnasse „Pudel“ verwandelte und uns zur Freude am kühlen Nass anstiftete.

Zu sechst belegten wir im Jugendbereich dann ein wirklich einfaches Zimmer mit drei schlichten Doppelstockbetten plus Gepäckablagen. Taizé, welches eher einem großen christlichen Jugendfreizeitort als einem „normalen“ Dorf ähnelt, fokussierte uns schnell auf das Wesentliche, das erkannten wir auf den ersten Blick. Es geht dort nämlich um Begegnungen: Begegnung mit anderen Leuten und das Sich-Einlassen auf (die eigenen) Glaubens- und Lebensfragen. So bildet das Zentrum der Anlage die Kirche, ein flaches aber in der Länge ausladendes Gebäude, das bedarfsgerecht erweiter- oder reduzierbar ist. Hier werden Morgengebete, Mittagsgesänge und Abend-andachten abgehalten und jeder, der will, schließt sich den vielen Gottesdienst-Besuchern an, lauscht den meditativen Gesängen der Mönche in vielen verschiedenen Sprachen oder singt selbst mit. Man sitzt einfach auf einem Teppichboden. Obwohl unsere Gruppe sowohl aus Atheisten als auch aus evangelischen, katholischen und jüdischen. Gläubigen bestand, waren alle bei den Gebeten und Gesängen anzutreffen. Denn diese erfüllten uns mit Ruhe und Nachdenklichkeit. Außerdem konnte man sich, wenn das Morgengebet z.B. vorbei war, mit den übrigen 1000 Jugendlichen zur Essensausgabe begeben, die von vielen freiwilligen „Permanant(e)s“ perfekt organisiert und durchgeführt wurde. Wir meldeten uns oft spontan, wenn es gerade nicht genug Zusatz-Helfer gab oder sammelten hinterher Löffel, Teller, Schalen und Tabletts ein oder spülten. - Die Tatsache, dass wir Mitunterstützer des Projektes „Taizé“ waren, erfüllte uns mit Stolz. Außerdem lernten wir viele nette, freundliche und offene Menschen kennen, die uns einfach ansprachen oder an die wir das Wort richteten. Neben Deutsch kommunizierten wir auch viel in Englisch (Frau Poschmann im Erwachsenenbereich in Französisch), da neben Deutschen auch viele aus Frankreich, Hong Kong, Indonesien, Schweden oder Finnland angereist waren. Aus diesem Grund konnten wir mit unterschiedlichsten Menschen in Kontakt treten, uns mit ihnen zum Teil tiefgründig (und persönlich) austauschen und dabei sogar noch unsere Englisch- bzw. Französisch-Kenntnisse anwenden. Insgesamt war die Zeit in Taizé sehr lehrreich, voller interessanter Begegnungen und Menschen. Wir lernten, uns einzubringen und Teil eines großen Versöhnungs-Projektes zu sein. Wir kamen zur Ruhe und sprachen auch über Probleme. Außerdem hatte unsere Gruppe miteinander viel Spaß (und wir schmunzelten jeden Tag neu über das unfreiwillige „Husten-Konzert“ in der Kirche, wenn dort eigentlich gerade große Stille herrschte). Wir freuen uns schon auf die nächste Fahrt und nehmen viel aus dieser mit, darunter auch Erkenntnis-se über uns selbst und Gott.

Danke, Frau Poschmann!

Hanna Westermeier u.a.