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Staatliches Eifel-Gymnasium Neuerburg
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Die Lügen der Nazis – Ein medienpädagogisches Projekt

Am 06.09.2018 fand an unserer Schule ein Filmseminar in Kooperation mit der Leitstelle „Kriminalprävention“, dem Institut für Kino und Filmkultur und der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung für unsere zehnten Klassen statt.

Ziel dieses Projektes war es, anhand von Propagandafilmen des Nationalsozialismus die Lügen und manipulativen Strategien der Nationalsozialisten zu entlarven. Nach der Thematisierung der historischen Hintergründe im Geschichtsunterricht und der Analyse von Reden der Nationalsozialisten im Fach Deutsch wurde nun die Nutzung der suggestiven Macht bewegter Bilder in der NS-Propaganda in den Fokus der Betrachtung gerückt.

Bei dem gezeigten Film handelte es sich wohl um den berüchtigtsten Streifen der deutschen Kinogeschichte: „Jud Süß“ von Veit Harlan; insgesamt sollen den Film damals 20 Millionen Menschen gesehen haben. „Jud Süß“ erzählt die Geschichte des Bankiers Süß Oppenheimer - allerdings ganz im Sinne der Nazi-Ideologie.
Hierbei handelt es sich um einen sogenannten Vorbehaltsfilm, der ausschließlich in solchen geschlossenen und pädagogisch begleiteten Veranstaltungen vorgeführt werden darf. Der Filmwissenschaftler und Leiter des Instituts für Kino Filmkultur und Horst Walther verdeutlichte in der Analyse des gezeigten Filmmaterials sehr anschaulich, dass diese filmischen Inszenierungen durchaus als Verbrechen gegen die Menschlichkeit gewertet werden sollten. „Entscheidend ist, dass der Film als Unterhaltungsfilm funktioniert“, erläuterte Walther, und eben kein platter Hetzstreifen sei. Hervorragend besetzt, mit prächtiger Ausstattung und auch ein wenig nackter Haut verbreitet er weitgehend subtil seine Botschaft – die zum Schluss allerdings auch plakativ verkündet wird: „Passt auf eure Juden auf!“ Dass eine solche Form der Propaganda nicht von vorgestern ist, belegte Walther anhand der US-Serie „24“: „Ein Werbefilm für die Folter“.
Der Hintergrund dieser Veranstaltung ist, unsere Schülerinnen und Schüler über die rassistische, volksverhetzende Propaganda des Nazi-Regimes aufzuklären und dadurch für Toleranz und Demokratie zu werben. Diese Verantwortlichkeit für eine demokratische Gesellschaft muss, insbesondere vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse wie beispielsweise in Chemnitz, ein wichtiger Bestandteil schulischer Bildung sein!